Die häufigsten Fragen zur betrieblichen Krankenversicherung — in der Reihenfolge, in der sie im Betrieb aufkommen: erst was es ist, dann was es kostet, dann was Steuer, Betriebsrat und Jobwechsel damit zu tun haben.
Was ist eine betriebliche Krankenversicherung?
Eine private Krankenzusatzversicherung, die der Arbeitgeber für seine Beschäftigten abschließt und bezahlt. Der Betrieb ist Versicherungsnehmer, die Beschäftigten sind versicherte Personen. Die Leistungen ergänzen die gesetzliche Krankenversicherung um Bereiche, die diese nicht abdeckt — Zahnersatz, Sehhilfen, erweiterte Vorsorge, Heilpraktiker oder Wahlleistungen im Krankenhaus.
Wie funktioniert eine bKV für Firmen?
Der Arbeitgeber schließt einen Kollektivvertrag für einen definierten Personenkreis — alle Beschäftigten oder eine sachlich abgegrenzte Gruppe. Er zahlt die Beiträge, meldet Ein- und Austritte und führt den geldwerten Vorteil in der Entgeltabrechnung. Die Leistungsabwicklung läuft direkt zwischen versicherter Person und Versicherer; der Arbeitgeber erfährt nicht, wer welche Behandlung abrechnet.
Was kostet eine betriebliche Krankenversicherung pro Mitarbeiter?
Marktüblich zwischen etwa 20 und 100 Euro je Person und Monat, abhängig von Budgethöhe, Leistungsumfang, Altersstruktur und Teilnahmemodell. Ausführlich mit Jahresrechnung: Kosten pro Mitarbeiter.
Ist die betriebliche Krankenversicherung steuerfrei?
Der Versicherungsschutz ist Sachlohn und bleibt nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG außer Ansatz, solange alle Sachbezüge eines Monats zusammen 50 Euro nicht übersteigen; über § 3 Abs. 1 Satz 4 SvEV gilt das auch beitragsrechtlich. Wird die Grenze überschritten, ist der gesamte Betrag steuer- und beitragspflichtig — es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Einzelheiten: Steuer und Sozialversicherung.
Müssen Mitarbeitende Gesundheitsfragen beantworten?
In arbeitgeberfinanzierten Kollektivverträgen in der Regel nicht. Versichert der Betrieb alle oder eine abgegrenzte Gruppe verpflichtend, verzichten die Versicherer üblicherweise auf Gesundheitsprüfung und Wartezeiten. Bei freiwilliger Teilnahme gelten stattdessen Mindestquoten. Mehr: Ohne Gesundheitsprüfung.
Ab wie vielen Mitarbeitenden ist eine bKV möglich?
Am Markt sind Kollektivtarife ab etwa fünf versicherbaren Personen verbreitet; einzelne Anbieter setzen bei zehn oder zwanzig an. Für kleinere Betriebe kommt teils eine vereinfachte Gesundheitserklärung in Betracht. Mehr: bKV für kleine Unternehmen.
Muss ich allen Beschäftigten dasselbe anbieten?
Nein, aber jede Abgrenzung braucht einen sachlichen Grund. Zulässig sind etwa Wartezeiten nach Eintritt, Standorte oder Funktionsgruppen. Unzulässig sind Kriterien, die an vom AGG geschützte Merkmale anknüpfen; Teilzeitbeschäftigte dürfen nach § 4 TzBfG nicht ohne sachlichen Grund schlechter behandelt werden. Mehr: Betriebsrat und Arbeitsrecht.
Muss der Betriebsrat beteiligt werden?
Die Entscheidung, überhaupt Mittel bereitzustellen, ist mitbestimmungsfrei. Ausgestaltung und Verteilungsgrundsätze unterliegen der Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 BetrVG, insbesondere Nummer 8 (Sozialeinrichtungen) und Nummer 10 (betriebliche Lohngestaltung). Praktisch heißt das: früh einbinden.
Was passiert mit der bKV bei einem Jobwechsel?
Der Schutz aus dem Firmenvertrag endet mit dem Arbeitsverhältnis. Die meisten Tarife erlauben eine private Fortführung ohne erneute Gesundheitsprüfung, innerhalb einer kurzen Frist und zum höheren Einzelbeitrag. Mehr: Jobwechsel und Ausscheiden.
Welche Leistungen sind typisch?
Zahnersatz und Zahnreinigung, Sehhilfen, erweiterte Vorsorgeuntersuchungen, Heilpraktikerbehandlungen, Wahlleistungen im Krankenhaus sowie Servicebausteine wie Facharztterminvermittlung oder Videosprechstunde. Viele Tarife bündeln das in einem jährlichen Gesundheitsbudget. Mehr: Leistungen im Überblick.
Verfällt ein nicht genutztes Budget?
In den meisten Tarifen ja, zum Ende des Versicherungsjahres. Einzelne Anbieter erlauben eine begrenzte Übertragung — ein Punkt, der sich beim Vergleich zu prüfen lohnt.
Sind Familienangehörige mitversichert?
In der Regel nicht. Manche Anbieter ermöglichen die Aufnahme von Angehörigen zu Sonderkonditionen, die die Beschäftigten selbst tragen.
Kann der Arbeitgeber die bKV wieder streichen?
Der Versicherungsvertrag ist kündbar. Arbeitsrechtlich hängt es an der Versorgungsordnung: Ohne Freiwilligkeits- und Widerrufsvorbehalt kann aus jahrelanger vorbehaltloser Gewährung eine betriebliche Übung entstehen, die sich nicht einseitig beenden lässt.
Erfährt der Arbeitgeber, welche Leistungen genutzt werden?
Nein. Leistungsanträge laufen zwischen versicherter Person und Versicherer. Gesundheitsdaten gehören nicht in die Personalakte.
Zahlt die bKV auch für laufende Behandlungen?
Üblicherweise nicht. Behandlungen, die vor Versicherungsbeginn begonnen oder angeraten wurden, sind in den meisten Tarifen ausgeschlossen. Der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung betrifft die Aufnahme, nicht rückwirkend die Erstattung.
Was ist der Unterschied zur betrieblichen Altersversorgung?
Die bAV versorgt im Alter und ist in Teilen gesetzlich verpflichtend (Anspruch auf Entgeltumwandlung nach § 1a BetrAVG). Die bKV wirkt sofort, ist vollständig freiwillig und läuft über einen anderen Steuerrahmen. Beide schließen sich nicht aus. Mehr: bKV oder bAV?
Wie lange dauert die Einführung?
In kleinen und mittleren Betrieben typischerweise vier bis acht Wochen von der ersten Anfrage bis zum Versicherungsbeginn — inklusive Angebotsvergleich, Versorgungsordnung und Beteiligung des Betriebsrats. Mehr: bKV einführen.
Was kostet die Beratung?
Für Sie nichts. Die Vergütung erfolgt als Provision, die im Beitrag der vermittelten Versicherung enthalten ist. Einzelheiten stehen in der Erstinformation.
Fachlich geprüft am 12.08.2026. Gesetzliche Angaben wurden gegen den amtlichen Volltext auf gesetze-im-internet.de verifiziert.