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Betriebliche Krankenversicherung bei Jobwechsel und Ausscheiden

Was bei einem Jobwechsel mit der betrieblichen Krankenversicherung passiert: Ende des Kollektivschutzes, Fortführungsrecht, Fristen und Kosten.

Beim Jobwechsel endet der Schutz aus der betrieblichen Krankenversicherung zusammen mit dem Arbeitsverhältnis. Was viele nicht wissen: Die meisten Tarife räumen ein Fortführungsrecht ein — ohne erneute Gesundheitsprüfung, aber innerhalb einer knappen Frist. Wer sie verpasst, verliert die Option endgültig.

Was zuerst passiert

Der Arbeitgeber meldet das Ausscheiden an den Versicherer. Der Kollektivschutz endet — je nach Vertrag zum Ende des Beschäftigungsmonats oder zum Ende des Versicherungsjahres. Ab diesem Zeitpunkt werden keine Rechnungen mehr erstattet, auch nicht für Behandlungen, die vorher begonnen wurden, sofern die Bedingungen nichts anderes vorsehen.

Rechnungen einreichen, bevor es zu spät ist: Prüfen Sie vor dem letzten Arbeitstag, ob noch Belege offen sind und ob das Jahresbudget genutzt wurde. Für die Einreichung gelten eigene Fristen, die häufig über das Vertragsende hinausreichen — nachfragen lohnt.

Das Fortführungsrecht

Üblich ist die Zusage, dass Sie den Schutz als privaten Einzelvertrag weiterführen können, ohne erneute Gesundheitsprüfung und ohne neue Wartezeiten. Das ist besonders dann wertvoll, wenn sich Ihr Gesundheitszustand seit Vertragsbeginn verändert hat — dann bekämen Sie einen neuen Vertrag am freien Markt womöglich gar nicht mehr.

Drei Punkte entscheiden darüber, ob die Option etwas wert ist:

Die Frist. Sie ist kurz — häufig zwei bis drei Monate nach dem Ausscheiden. Danach ist das Recht erloschen. Setzen Sie sich eine Erinnerung, sobald die Kündigung feststeht.

Der Beitrag. Im Einzeltarif zahlen Sie nach Ihrem jetzigen Eintrittsalter, nicht nach dem bei Beginn des Firmenvertrags. Der Beitrag liegt deshalb regelmäßig deutlich über dem, was der Arbeitgeber pro Kopf gezahlt hat. Ein Kollektivbeitrag von 40 Euro sagt wenig über den Einzelbeitrag.

Der Leistungsumfang. Der Fortführungstarif entspricht nicht immer eins zu eins dem Kollektivtarif. Lassen Sie sich die Bedingungen des konkreten Anschlusstarifs geben, bevor Sie unterschreiben.

Rechnen, nicht automatisch fortführen

Die Fortführung ist eine Option, keine Pflicht — und nicht immer die beste Wahl. Wenn Sie gesund sind, kann ein frei gewählter Tarif am Markt günstiger oder leistungsstärker sein. Wenn Sie in den letzten Jahren behandelt wurden, ist die Fortführung häufig die einzige Möglichkeit, überhaupt Schutz zu behalten.

Die ehrliche Reihenfolge: erst prüfen, ob der neue Arbeitgeber eine bKV hat; dann vergleichen, was ein eigener Vertrag kostet; und erst dann über die Fortführung entscheiden.

Sonderfälle

Neuer Arbeitgeber mit eigener bKV. Dann werden Sie dort ins Kollektiv aufgenommen — üblicherweise wieder ohne Gesundheitsprüfung, sofern die Meldefrist eingehalten wird. Eine Fortführung des alten Vertrags erübrigt sich in der Regel.

Renteneintritt. Der Schutz endet mit dem Arbeitsverhältnis. Die Fortführung ist gerade hier interessant, weil ein neuer Vertrag im höheren Alter teuer bis unmöglich wird. Manche Kollektivverträge sehen für Ruheständler eigene Regelungen vor — fragen Sie danach, solange Sie noch beschäftigt sind.

Elternzeit und ruhende Arbeitsverhältnisse. Das Arbeitsverhältnis besteht fort, der Schutz läuft in der Regel weiter. Ob der Arbeitgeber den Beitrag weiterzahlt, steht in der Versorgungsordnung.

Kündigung durch den Arbeitgeber. Für den Versicherungsschutz macht der Kündigungsgrund keinen Unterschied. Das Fortführungsrecht besteht unabhängig davon, wer gekündigt hat.

Auf einen Blick

  • Kollektivschutz endet mit dem Arbeitsverhältnis
  • Fortführung meist ohne neue Gesundheitsprüfung möglich
  • Frist ist kurz — häufig zwei bis drei Monate, dann erlischt das Recht
  • Einzelbeitrag richtet sich nach dem aktuellen Alter und liegt höher
  • Offene Rechnungen und Budget vor dem Ausscheiden prüfen
  • Bei gutem Gesundheitszustand kann ein eigener Tarif günstiger sein
  • Im neuen Betrieb lohnt die Frage, ob es dort eine bKV gibt — sonst hilft Arbeitgeber ansprechen

FAQ

Was passiert mit meiner bKV, wenn ich kündige?

Der Schutz aus dem Firmenvertrag endet. Sie können ihn in der Regel privat weiterführen, wenn Sie sich innerhalb der vertraglichen Frist beim Versicherer melden.

Muss ich dann wieder Gesundheitsfragen beantworten?

Beim vertraglichen Fortführungsrecht üblicherweise nicht. Genau darin liegt sein Wert.

Wie viel kostet die Fortführung?

Nach Einzeltarif und aktuellem Alter — meist deutlich mehr als der Kollektivbeitrag. Eine belastbare Zahl nennt Ihnen der Versicherer auf Anfrage.

Wie lange habe ich Zeit?

Häufig zwei bis drei Monate nach dem Ausscheiden; maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Vertrags. Fragen Sie den Termin ab, sobald die Kündigung feststeht.

Was, wenn mein neuer Arbeitgeber auch eine bKV hat?

Dann werden Sie dort aufgenommen, in der Regel ohne Gesundheitsprüfung. Achten Sie auf die Meldefrist nach Eintritt.

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Fachlich geprüft am 12.08.2026. Gesetzliche Angaben wurden gegen den amtlichen Volltext auf gesetze-im-internet.de verifiziert.

Was in Ihrem Betrieb geht, hängt an wenigen Angaben.

Wir prüfen, ob sich die Fortführung in Ihrem Fall lohnt — oder ein eigener Vertrag günstiger ist.

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